14.08.2020
Startseite
Mannheim
Berlin
Presse/Reden/Archiv
Kulturspaziergänge
BILDERGALERIE
BILDERGALERIE LA
BESUCHERGRUPPEN
TOPTHEMEN
POSITIVE RESONANZ
AWO-Vorsitzender bis 2008
Kontakt
Impressum
Links
Publikationsverzeichnis
Sitemap
Anträge/Gesetzentwürfe
   
   
Mitglied des Deutschen Bundestages
 
Mitglied im Haushaltsausschuss
 
Stellv. Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
 
Beauftragter der SPD- Bundestagsfraktion
für Lateinamerika
 
 
 

Sie sind der
8924113.
Besucher
 
Pressespiegel
03.04.2005
Studiengebühren sinnvoll/notwendig? Lothar Mark antwortet Mannheimer Schülerinnen und Schülern
Artikel drucken

Michaela Biereth und
Schülerinnen und Schüler der Klasse C2C11
Heinrich-Lanz-Schule II
Hermann-Heimerich-Ufer 10


68167 Mannheim 
mail: mi.biereth@web.de

Ihre Anfrage zum Thema Studiengebühren vom 25.02.05


Verehrte Frau Biereth,
s
ehr geehrte Schülerinnen und Schüler der Klasse C2C11,

für die verspätete Antwort möchte ich mich entschuldigen. Sie hatten sich zunächst an den Heidelberger Abgeordneten, Lothar Binding, gewandt, der Ihre Mail an mich zur Beantwortung weitergeleitet hat. 

Als Mannheimer Abgeordneter im Deutschen Bundestag bedanke ich mich für Ihre Anfrage zum Thema Studiengebühren. Das Thema ist nicht nur hochaktuell, sondern wird auch in allen Parteien sehr kontrovers diskutiert.

Ich habe mich bereits vor langer Zeit gegen die Erhebung von Studiengebühren für das Erststudium ausgesprochen. Stellungnahmen von mir zu diesem Thema können Sie auf meiner Website www.lothar-mark.de nachlesen.

Studiengebühren sind sozial ungerecht und bildungspolitisch kontraproduktiv. Sie werden dazu beitragen, dass nicht nur immer weniger Kinder aus Haushalten mit geringem Einkommen ein Studium aufnehmen, sondern auch AbiturientInnen aus der Mittelschicht verstärkt auf ein Studium verzichten werden.

Während viele Befürworter für die Einführung von Stipendien und Kreditsystemen plädieren, befürchte ich, dass solche Forderungen äußerst negative Konsequenzen zur Folge hätten, sofern sie sich überhaupt realisieren lassen.

N
ach Kalkulationsbeispielen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergäbe sich bei einer Maximalförderung von 650,- Euro monatlich nach acht Semestern ein Kreditvolumen von 31.200,- Euro zu Beginn der Rückzahlungsphase. Kalkuliert man mit einer günstigen Verzinsung von fünf Prozent und einer Rückzahlung von 183,- Euro monatlich, dann benötigt der ehemalige Student 25 Jahre, um seinen Kredit zurückzuzahlen. Im Übrigen hat auch die Landesregierung in Baden-Württemberg noch kein plausibles Konzept vorgelegt, welche Institutionen denn die so genannten Bildungskredite vorfinanzieren sollen.

U
nter diesen Rahmenbedingungen sollten die Befürworter doch einmal eine mögliche Familienplanung nach Beendigung des Studiums betrachten. Wer kann nach Studienabschluss und einer monatlichen Zahlungsverpflichtung von 183,- Euro an Kinder und damit an zusätzliche Kosten denken? Die Gründung einer Familie während des Studiums wird kaum noch möglich sein. Studiengebühren wenden sich also auch in dieser Hinsicht gegen sozial Schwächere, nämlich gegen Familien und Mütter.

I
nsgesamt ist es aus sozialen, bildungspolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen höchst problematisch, Gebühren für ein Erststudium zu erheben. Schon heute können wir unseren Bedarf z.B. an Ingenieuren kaum noch decken. Die Bundesrepublik Deutschland konnte in den vergangenen Jahrzehnten von gut ausgebildeten Fachkräften profitieren. Im Klartext: Wir können uns gar nicht leisten, dieses essentielle Kapital leichtfertig aufs Spiel zu setzen.


Unklar bleibt bei den bisherigen Initiativen außerdem, wie und von wem die Studiengebühren genutzt werden dürfen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Einführung von Studiengebühren ein finanzielles Nullsummenspiel für die Hochschulen bedeuten würde. Momentan kommen z.B. die erhobenen Gebühren für Langzeitstudierende in Baden-Württemberg auch nicht in vollem Umfang den Hochschulen zugute, sondern fließen zu einem erheblichen Teil in die Kassen des Landeshaushalts. 

Auch wenn der Gesetzgeber festlegen würde, dass die Hochschulen Anspruch auf die Gesamtsumme der Gebühren hätten, so könnte man nicht verhindern, dass die öffentlichen Finanzmittel mittelfristig stark gekürzt werden. 

Als Familienvater weiß ich, dass ein Studium auch ohne Gebühren teuer ist. Zudem verlangen wir heute aus guten Gründen von der nachfolgenden Generation, sie möge für ihr Alter und die soziale Sicherung vorsorgen. Es wäre unanständig, sich dann von ihr mit der Bildung auch noch die beste Ressource bezahlen zu lassen, die wir ihr bieten können.

Ich empfehle Ihnen, sich auch an die Landesregierung Baden-Württemberg zu wenden, die mir für den ersten Fragenkomplex der richtigere Adressat zu sein scheint und sich auch klar für die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen hat.

Mit freundlichem Gruß

Lothar Mark, MdB


 


Berlin, 23.03.2005


 



Weitere Informationen als PDF-File
 

zurück zur Übersicht
 
Lothar Mark mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
Lothar Mark, Berichterstatter für den Haushalt des Auswärtigen Amtes, mit Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier
Lothar Mark mit der baden-württembergischen Abgeordneten Evelyne Gebhardt nach ihrer erneuten Wahl ins Europäische Parlament.
Lothar Mark mit dem Geschäftsführer des Kongresszentrums Mannheimer Rosengarten (MKT), Michael Maugé.
Lothar Mark mit dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit uns Soziales, Franz Müntefering, beim Sommerfest der SPD auf dem Karlstern.
Lothar Mark mit dem neuen Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz.
Lothar Mark trifft als Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für Lateinamerika den damaligen Präsidentschaftskandidaten Lula da Silva in Berlin.
Lothar Mark mit dem kolumbianischen Vizepräsidenten Francisco Santos Calderón, der zu Gast im Gesprächskreis Lateinamerika war.
Lothar Mark erhält vom Botschafter Mexikos, S.E. Jorge Castro-Valle Kuehne, den höchsten mexikanischen Verdienstorden "Aguila Azteca" in Würdigung seiner Verdienste für die deutsch-mexikanischen Beziehungen.
Lothar Mark mit der Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bundestagsvizepräsidentin a.D. Anke Fuchs.
Lothar Mark mit dem neuen Präsidenten des Goethe-Instituts, Herrn Prof. Dr. phil. h.c. Klaus-Dieter Lehmann
Lothar Mark mit der ehemaligen Präsidentin des Goethe-Instituts München, Prof. Dr. Jutta Limbach.
Lothar Mark bei einer Demonstration der Mannheimer Bürgerinitiative - Jetzt reichts - gegen den Ausbau des Flughafens Coleman-Airfield.
© Copyrights 2003 Lothar Mark  Impressum | Haftungsausschuss mfact